Eine jüngst im New England Journal of Medicine veröffentliche Studie aus den USA hat deutlich gemacht, dass ein festgelegtes Maßnahmenbündel die Sterblichkeit von Sepsis-Patienten/-innen in Kliniken senken kann. Für die Studie wurde die Kliniksterblichkeit im US-Staat New York untersucht. Der Bundesstaat hatte jüngst veranlasst, dass Kliniken feste Regeln zur Diagnose und Therapie der Sepsis bzw. „Blutvergfitung“ einzuhalten haben.

3- und 6-Stunden Maßnahmenbündel

Im Vordergrund des standardisierten Vorgehens steht dabei ein sog. 3-Stunden-Bündel, welches vorsieht, dass in den ersten drei Stunden nach Aufnahme der Patientin/des Patienten eine Blutkultur veranlasst und der Laktatwert bestimmt wird. Zudem soll entsprechend rasch mit der Gabe eines entsprechenden Antibiotikums begonnen werden. Ein weiteres 6-Stunden-Bündel sieht u.a. vor, dass bei bestimmten Laborwerten zusätzliche Infusionen zu erfolgen haben.

Die Auswertungen von Forschern der Universität Pittsburgh zeigen, dass mit jeder Stunde Zeitverzug des 3-Stunden-Bündels das Sterberisiko der Patienten um ca. 4 Prozent steigt. Insbesondere die rasche Gabe eines „Breitbandantibiotikums“ (= Antibiotikum, das gegen eine Vielzahl verschiedener krankheitsverursachender Bakterien hilft) innerhalb der wichtigen ersten drei Stunden hat einen signifikanten Einfluss auf die Sterblichkeit bzw. das Sterberisiko der Erkrankten.

Die Studie macht somit einmal mehr deutlich, dass Initiativen zur Einführung und Anwendung einer leitliniengerechten Behandlung anhand standardisierter „Maßnahmenbündel“ bzw. „Maßnahmenkataloge“ entscheidend dazu beitragen können, dass Sepsis-Patienten/-innen überleben. Die Implementierung entsprechender, an den Leitlinien orientierter „Maßnahmenbündel“ ist eines der zentralen Elemente des Projektes „TELnet@NRW“. 

 

Quelle: Deutsches Ärzteblatt; New England Journal of Medicine
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