Die Teilnehmer der Interventionsschulung in Köln.

Die vorbereitende Schulung der Ärzte ist ein zentraler Bestandteil des Projektes TELnet@NRW und unterstützt die Teilnehmer darin, gut vorbereitet ins Projekt starten zu können. Kürzlich war die erste Runde der teilnehmenden Ärzte des GKS aus Köln an der Reihe und nahm an der Interventionsschulung teil. Als Experten fungierten dabei Herr Dr. Lanckohr und Herr Dr. Ahrens von der Uniklinik Münster, welche die Schulung durchführten und für Nachfragen zur Verfügung standen.

Herr Dr. Lanckohr und Herr Dr. Ahrens erläuterten zunächst noch einmal den genauen Studienplan und das Studiendesign und machten darauf aufmerksam, dass sich die Teilnehmer nun in der Interventionsphase befänden und damit jetzt die Möglichkeit erhielten, Telekonsile von den infektiologischen Experten der Uniklinik Münster anzuforden bzw. sich im Rahmen der Telekonsile gemeinsam mit den Münsteraner Kollegen zu besprechen.

Damit die Telekonsile für beide Seiten zufriedenstellend verlaufen, wurde der genaue Ablauf festgelegt bzw. erläutert, um ein möglichst effizientes Vorgehen zu ermöglichen. Die Teilnehmer des GKS können sich via Telefon, Fax oder Mail für die offene Sprechstunde jeden Donnerstag in Münster anzumelden. Zudem können sie auch den Konsilanforderungsbogen nutzen, mit dem über das System der elVi (elektronischen Visite) auch grundlegende Informationen und Dokumente zum jeweiligen medizinischen Fall an die Münsteraner Konsilärzte im Vorfeld gesendet werden können.

Im Vordergrund stehen bei den Konsilen bzw. im Projekt vor allem Fragen eines verbesserten Medikamentenmanagements bei erkrankten bzw. infektiösen Patienten und einer verbesserten Prophylaxe (bspw. durch Impfungen), damit (schwere) Infektionen erst gar nicht auftreten. Ziel ist, durch die Schulung und (telekonsiliarische) Beratung den Antibiotikaverbrauch in der Praxis da zu senken, wo es medizinisch vertretbar bzw. sogar sinnvoller ist. Damit sollen die Behandlungsqualität verbessert und die Vermeidung von Antibiotikaresistenzen bzw. ein unsachgemäßer Verbrauch von Antibiotika vorgebeugt werden. Basis hierfür stellt der sog. Zehn-Punkte-Plan der Initiative „Klug entscheiden in der Infektiologie“ dar, der jeweils fünf Positiv-Empfehlungen und fünf Negativ-Empfehlungen enthält und damit einen Leitfaden für Behandelnde in der Infektiologie darstellt.

Die Teilnehmer waren sich am Ende einig, dass sie durch die Schulung und durch die weitere Teilnahme am Projekt  noch besser in der Lage sein werden, einzuschätzen, wann ein Antibiotika-Einsatz sinnvoll ist und wann eher nicht. Falls es im Praxisalltag zu unklaren, seltenen oder komplizierten Fällen kommt, können die Ärzte des Gesundheitsnetzes Köln-Süd nun die Telekonsile nutzen, um sukzessive ihr Wissen zur Versorgungsoptimierung zu vertiefen. Die zentralen Punkte wurden anschaulich dargestellt und unter den Teilnehmern mit großem Interesse diskutiert, ausstehende Unklarheiten konnten beseitigt werden. Deutlich wurde dabei auch einmal mehr, wie wichtig eine Vorbereitung und persönliche Ansprache der Teilnehmer bei einem großen Projekt wie TELnet@NRW sind.

Bild: GKS