Quelle: +3 Magazin – Die Süddeutsche Zeitung stellt in ihrem +3 Magazin einmal monatlich ihren Lesern und Experten Fragen zu gesellschaftsrelevanten Themen. In der letzten Ausgabe vom Jahr 2018 wurde dabei die Frage „Was kann die Telemedizin“ aufgegriffen und verschiedene Experten aus unterschiedlichen Bereichen gaben darauf ihre Antwort. Unter ihnen war auch Prof. Dr. med. Gernot Marx, FRCA, Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin und Intermediate Care der Uniklinik RWTH Aachen, Mitglied im ZTG-Forum Telemedizin und Vorstandsvorsitzender der Deutschen Gesellschaft für Telemedizin e. V. (DGTelemed), der seine Perspektive auf die Telemedizin erläuterte:

„Aus vielen Bereichen wie Diagnostik, Therapie und Rehabilitation ist die Telemedizin heute nicht mehr wegzudenken. Einige aktuelle Entwicklungen, beispielsweise die Lockerung des Fernbehandlungsverbotes, die Planung eines zweiten E-Health-Gesetzes oder das Gesetz zur Stärkung des Pflegepersonals, haben dazu geführt, dass die Telemedizin immer mehr in den Fokus aller rückt, die an der Gesundheitsversorgung beteiligt sind. Die DGTelemed trägt ihren Teil dazu bei, Akteure aus Politik und Wirtschaft, Versorgung und Wissenschaft zusammenzubringen, um die telemedizinische Entwicklung im deutschen Gesundheitswesen aktiv voranzutreiben. Die Zeit drängt, das Potenzial der Telemedizin für die Patienten konsequenter zu nutzen, denn telemedizinische Anwendungen werden in vielen medizinischen Feldern immer wichtiger. Was noch fehlt, damit Telemedizin im Versorgungsalltag ankommt, sind zum einen Anpassungen in der Vergütungsstruktur, damit etwa die Personalkosten in telemedizinischen Zentren der Krankenhäuser aufgefangen werden können. Zum anderen muss die Interoperabilität der Systeme – also ihre Fähigkeit, miteinander zu kommunizieren und Daten auszutauschen – dringend optimiert werden. Mit unseren Veranstaltungen wie dem Nationalen Fachkongress Telemedizin, der gerade zum neunten Mal stattfand, oder dem „Netzwerk Innovationsfondsprojekte“ möchten wir den Diskurs rund um die Entwicklungen in der Telemedizin weiter vorantreiben.“

+3 Magazin in der SZ Heft 50