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Anonymisierung

Anonymisierung ist eine Maßnahme des Datenschutzes. Gemäß §3 BDSG werden personenbezogene Daten in der Art verändert, dass eine Zuordnung der Daten zu einer bestimmten natürlichen Person nicht mehr oder nur mit unverhältnismäßig großem Aufwand möglich ist.

Antibiotikaresistenz

Antibiotikaresistenz meint die Widerstandsfähigkeit von Bakterien (bzw. auch Pilzen und Parasiten) gegen Antibiotika. Das bedeutet, dass Antibiotika gegen resistente Bakterien wirkungslos werden und die Behandlung mit einem Antibiotikum nicht zum Absterben der Bakterien führt. Es gibt dabei verschiedene Formen von Resistenzentwicklungen.

 

Arztnetz

Unter diesem Begriff werden regionale Zusammenschlüsse von Haus- und Fachärzten unterschiedlicher medizinischer Disziplinen verstanden. Diese verfolgen das Ziel, die Patientenversorgung vor Ort kooperativ zu verbessern und durch die Zusammenarbeit Synergieeffekte zu erzielen. Die Intensität der Zusammenarbeit reicht von losen, regelmäßigen Austausches in Qualitätszirkeln über professionell gemanagte Netzwerke mit einem zentralen Einkauf. Teils kooperieren die Netze auch mit anderen Gesundheitsdienstleistern, etwa Apotheken oder Pflegeeinrichtungen.

Weitere Informationen: Agentur deutscher Arztnetze e.V. 

Barrierefreiheit

Barrierefreiheit beschreibt gemäß

Barrierefreiheit beschreibt gemäß §4 BGG eine Nutzung „in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe”. Barrierefreiheit bezeichnet einerseits eine bauliche Umgebung ohne hinderliche Übergänge, damit sich etwa Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern mühelos fortbewegen können. Barrierefreiheit kommt aber ebenso bei Webapplikationen und Apps vor, damit Apps „von allen Menschen möglichst weitgehend ohne eine Anpassung oder ein spezielles Design genutzt werden können” (UN-BRK, Artikel 2). Die barrierefreie Gestaltung von Apps und Internetseiten ermöglicht es also, dass auch Menschen mit funktionalen Einschränkungen einen gleichberechtigten Zugang zu diesen Anwendungen haben. Hierzu müssen Kriterien zur universellen Gestaltung der Applikation, etwa die zur Schriftgröße oder zur Vorhaltung von Vorlesefunktionen, bei der Entwicklung eingehalten werden eine Nutzung „in der allgemein üblichen Weise, ohne besondere Erschwernis und grundsätzlich ohne fremde Hilfe”.

Barrierefreiheit bezeichnet einerseits eine bauliche Umgebung ohne hinderliche Übergänge, damit sich etwa Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrern mühelos fortbewegen können. Barrierefreiheit kommt aber ebenso bei Webapplikationen und Apps vor, damit Apps „von allen Menschen möglichst weitgehend ohne eine Anpassung oder ein spezielles Design genutzt werden können” (UN-BRK, Artikel 2). Die barrierefreie Gestaltung von Apps und Internetseiten ermöglicht es also, dass auch Menschen mit funktionalen Einschränkungen einen gleichberechtigten Zugang zu diesen Anwendungen haben. Hierzu müssen Kriterien zur universellen Gestaltung der Applikation, etwa die zur Schriftgröße oder zur Vorhaltung von Vorlesefunktionen, bei der Entwicklung eingehalten werden

Bewertungsausschuss

Der Bewertungsausschuss bzw. das Institut des Bewertungsausschusses ist Teil der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen und hauptsächlich für die Erstellung des Einheitlichen Bewertungsmaßstabes (EBM) verantwortlich. Unter anderem treffen die Mitglieder Entscheidungen bezüglich der vertragsärztlichen Vergütung in Deutschland. Die Mitglieder im Bewertungsausschuss setzen sich aus jeweils drei Vertretern der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und des GKV Spitzenverbandes zusammen. Grundlage für die Arbeit des Bewertungsausschusses ist das fünfte Sozialgesetzbuch (SGB V) in welches der Gesetzgeber zusätzlich die Zuständigkeiten des ergänzten Bewertungsausschusses festlegt. Dieser setzt sich neben den bestehenden Mitgliedern des Bewertungsausschusses aus drei Vertretern der Deutschen Krankenhausgesellschaft sowie des GKV-Spitzenverbandes zusammen. Er entscheidet über Beschlüsse bezüglich der spezialfachärztlichen Versorgung.

Datenschutz

Der Datenschutz ist ein Teilbereich von Informationssicherheit und fokussiert darauf, durch technische und organisatorische Mechanismen personenbezogene und -beziehbare Daten vor Missbrauch durch Unbefugte zu schützen und dadurch das informationelle Selbstbestimmungsrecht Einzelner zu bewahren. Durch datenschutzrechtliche Maßnahmen soll in einer zunehmend digitalisierten Welt die Privatsphäre des Individuums geschützt werden. Es existieren auf Bundes- und Länderebene verschiedene Gesetze und daraus abgeleitete Rechtsnormen, die die Voraussetzungen und Ausgestaltung näher definieren.
Datenschutz ist nicht mit dem Begriff der Datensicherheit zu verwechseln, Datensicherheit bezieht sich nämlich auf den Schutz von Daten gegen Beschädigung, Verlust oder technische Verfälschungen.

Demographischer Wandel

Der Demographische Wandel bezeichnet Veränderungen in der Struktur einer Bevölkerung, also die Altersstruktur, Zu- und Abwanderung, den Anteil von Inländern und Ausländern sowie das Verhältnis von Männern und Frauen zueinander. Beeinflusst werden diese Veränderungen von der Geburtenrate, der Lebenserwartung sowie dem Wanderungssaldo. In Deutschland wird der Begriff häufig ausschließlich im Zusammenhang mit der zunehmenden Alterung und Schrumpfung der Bevölkerung verwendet. Demographische bzw. strukturelle Veränderungen der Bevölkerungszusammensetzung haben teils große Auswirkungen auf verschiedene gesellschaftlich relevante Bereiche, wie bspw. das Gesundheits- und Sozialsystem.

Weitere Informationen zum demographischen Wandel inklusive einer animierten Bevölkerungspyramide finden Sie beim Statistisches Bundesamt.

Effektivität

Unter Effektivität wird das Ergebnis bzw. die Wirksamkeit einer gesundheitsbezogenen Handlung verstanden. In der englischen Literatur wird unterschieden zwischen den Begriffen Efficacy und Effectiveness. Während sich ersteres auf die klinische Wirksamkeit unter kontrollierten Bedingungen bezieht, fokussiert Effectiveness die Wirksamkeit im klinischen Alltag und bezieht Rahmenbedingungen wie mangelnde Compliance der Patientinnen und Patienten, falsche Verordnungen von Arzneimitteln, etc. mit ein.

Effizienz

Im Gesundheitswesen wird unter Effizienz die unter Berücksichtigung der gegebenen zur Verfügung stehenden Ressourcen optimale Produktion einer Gesundheitsleistung verstanden, also die erreichten Ergebnisse unter klinischen Alltagsbedingungen. Für ärztliche und nicht-ärztliche Leistungserbringer bedeutet dies, dass sie angehalten sind, unter den zur Verfügung stehenden gleichwertigen Behandlungsalternativen die kostengünstigste Variante auszuwählen.

eHealth

eHealth, auch unter den Schreibweisen E-Health, EHealth, e-health zu finden, bezeichnet den Einsatz von Informations- und Kommunikationstechnologien im Gesundheitswesen und kann als Oberbegriff für eine Vielzahl von Anwendungsgebieten wie der Telemedizin, Mobile Health oder Elektronischen Patientenakten, etc. dienen. eHealth adressiert insbesondere einrichtungsübergreifende, vernetzte Geschäfts- und Versorgungsprozesse, die einen deutlichen Gesundheitsbezug aufweisen und geht über rein administrative Tätigkeiten wie Abrechnung, Bestellwesen, etc. hinaus.

E-Health-Gesetz

Das E-Health-Gesetz wurde vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) beschlossen und ist Anfang 2016 in Kraft getreten. Es beinhaltet Richtlinien über die Verwendung und den Ausbau der Telematikinfrastruktur im Gesundheitswesen sowie die Nutzung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK). Ziel des Gesetzes ist es, die Digitalisierung und den Austausch von Dokumenten, wie z.B. Arztbriefen, zwischen den Akteurinnen und Akteuren im Gesundheitswesen zu forcieren. Die schnellere und ortsunabhängige Verfügbarkeit gesundheitsbezogener Informationen können zu einer Verbesserung der Patientenversorgung beitragen. Gleichzeitig legt das E-Health-Gesetz eine rechtliche Grundlage zum Schutz der sensiblen Gesundheitsdaten fest. Ein Bespiel für eine Anwendung ist die elektronische Gesundheitskarte, die gesundheitlich relevante Informationen von Patientinnen und Patienten speichert und für Behandelnde nutzbar macht.

Mehr Informationen hierzu finden Sie auf der Seite des BMG.

Einheitlicher Bewertungsmaßstab (EBM)

Der einheitliche Bewertungsmaßstab beinhaltet die Vergütung der vertragsärztlichen Versorgung und wird vom Bewertungsausschuss festgelegt. Die abrechnungsfähigen Leistungen werden in Punkten ausgedrückt, wobei Sachkosten auch in Euro angegeben werden. Der EBM wird von der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und dem GKV-Spitzenverband im Bewertungsausschuss der Ärztinnen und Ärzte festgelegt

Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ)

Die Gebührenordnung für Ärzte ist die rechtliche Grundlage für die Abrechnungen aller medizinischen Leistungen, die sich außerhalb der gesetzlichen Krankenversicherung ergeben. Sie regelt also die privatärztlichen Leistungen, die Privatpatientinnen und -patienten als auch gesetzliche Versicherte, die ihre Behandlung selbst bezahlen, in Anspruch nehmen. Dabei wird zwischen Grundleistungen, Sonderleistungen und gebietsbezogenen Leistungen unterschieden. Die GOÄ ist eine Rechtsverordnung der Bundesregierung und erfordert die Zustimmungspflicht des Bundesrates.

gematik

Die Gesellschaft für Telematikanwendungen der Gesundheitskarte (gematik) wurde von den Leistungserbringern im Gesundheitswesen 2005 gegründet. Die Ziele der Gematik umfassen die Umsetzung einer Telematikinfrastruktur und insbesondere alle telematischen Anwendungen in Verbindung mit der elektronischen Gesundheitskarte. Die Gematik war mit der Einführung der elektronischen Gesundheitskarte im Jahre 2011 betraut. Zusätzlich zeichnet sie sich für die Entwicklung von Standards für telematische Prozesse und Dienste verantwortlich. Zulassungen für medizinische Telematikanwendungen sowie die Gesamtverantwortung und Koordination der Telematikinfrastruktur gehören ebenfalls zu den Aufgaben.

Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA)

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist seit 2003 damit beauftragt, die Versorgung der Patienten und Patientinnen in Deutschland sicher zu stellen. Der G-BA ist das höchste Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung im Gesundheitswesen, dessen Kompetenzen im Fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) festgeschrieben sind. Seine Hauptaufgabe besteht darin, Richtlinien für die einzelnen Bereiche der Gesetzlichen Krankenversicherung zu formulieren. Diese werden wiederum vom Bundesministerium für Gesundheit geprüft.

Seine Mitglieder setzen sich aus unterschiedlichen Vertreterinnen und Vertretern der Verbände und Organisationen des deutschen Gesundheitswesens zusammen.

Dazu gehören fünf Vertreterinnen bzw. Vertreter des GKV-Spitzenverbandes, ein Vertreter und eine Vertreterin der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, zwei Vertreter der Deutschen Krankenhaus Gesellschaft und ein Vertreter der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung. Zusätzlich gibt es noch einen unparteiischen Vorsitzenden und zwei weitere unparteiische Mitglieder.

Gesundheitsökonomische Evaluationen

Gesundheitsökonomische Evaluationen dienen dazu, vor dem Hintergrund begrenzter Ressourcen einen Nachweis der Wirksamkeit und Effizienz einer Intervention zu erbringen. Neben den rein ökonomischen Faktoren sind auch das ethische, soziale und juristische Umfeld mit zu berücksichtigen. Hinter dem Begriff verbirgt sich kein einheitliches Studiendesign. Vielmehr sind unterschiedliche Studienformen zu unterscheiden, die Kosten- und Nutzenkomponenten differenziert beschreiben. Eine grundsätzliche Unterteilung erfolgt in Studien ohne vergleichenden und in Studien mit vergleichendem Charakter. Bei vergleichenden ökonomischen Evaluationsstudien werden nicht die Kosten alleine betrachtet, sondern auch der zu erzielende Nutzen mitberücksichtigt. Es können bei der Durchführung grundsätzlich verschiedene Perspektiven eingenommen werden.

Weitere Informationen zum Thema finden Sie bei der dggö – Deutsche Gesellschaft für Gesundheitsökonomie.

Infektiologie

Bei der Infektiologie handelt es sich um eine interdisziplinäre Wissenschaft, welche sich mit der Erforschung und Behandlung von viralen und bakteriellen Infektionen, etc. beim Menschen beschäftigt. Bedeutende Einsatzfelder sind z.B. HIV, Lungenentzündungen, Malaria und Hepatitis.

Weitere Informationen sind auf der Seite der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie e.V. zu finden.

 

Informationssicherheit/ IT-Sicherheit

Dieser Begriff kann als eine Art Oberbegriff für verschiedene technische und organisatorische sowie rechtliche Maßnahmen gelten, die dazu dienen, in Institutionen die betriebliche Nutzung von Systemen der Informations- und Kommunikationstechnik unter Beachtung des Persönlichkeitsrechts zu ermöglichen und dabei elektronisch gespeicherte Informationen zu schützen. Mögliche Schwachstellen und Bedrohungen sollen auf ein erträgliches Maß reduziert werden, um die Sicherheitsziele der Verfügbarkeit, Integrität und Vertraulichkeit von Daten und Informationen sicherstellen zu können.

Intensivmedizin

Die Intensivmedizin ist ein Teilgebiet der Medizin, welches sich mit der Diagnostik und Therapie lebensbedrohlicher Verletzungen und Krankheiten beschäftigt. Intensivmedzinische Leistungen werden meist auf sog. Intensivstationen erbracht. Dies sind Stationen im Krankenhaus, welche aufwendig mit Medizintechnik ausgestattet sind und auf welchen besonders weitergebildetete Fachärzte wie Anästhesisten, Internisten oder Chirurgen sowie Pflegefachkräfte die Intensivpatienten betreuen.

Typische Krankheitsbilder und Einsatzfelder sind etwa lebensgefährliche Verletzungen etwa nach Verkehrsunfällen, schwere verlaufende Infektionen, Sepsis (Blutvergiftung), schwerwiegende Komplikationen nach Operationen, akutes Organversagen und schwere Vergiftungen.

Zusätzliche Informationen finden Sie auf den Seiten der Fachgesellschaften: DGAI und DGIM.

Interoperabilität

Als Interoperabilität bezeichnet man die Fähigkeit heterogener Systeme, Techniken oder Organisationen, zusammenzuarbeiten und so nahtlos und korrekt wie möglich zu kommunizieren. Ziel ist es, Informationen, Daten und Dokumente effizient und verwertbar auszutauschen bzw. bereitzustellen. Unterschieden wird zwischen technischer, semantischer und prozessbezogener Interoperabilität. Die Einhaltung gemeinsamer Standards, wie z.B. Kommunikations- und Dokumentationsstandards, etc. spielt eine wichtige Rolle, wenn es darum geht, beim Datenaustausch ein gemeinsames Verständnis zwischen heterogenen Anwendungssystemen sicherzustellen und so eine Interoperabilitätsinfrastruktur zu erreichen. Architekturkonzepte für institutionsübergreifende Interoperabilität sollten dabei skalierbar, evolutionär und flexibel sein.

Innovationsfonds

Unter dem Innovationsfonds wird ein vom Gesetzgeber bzw. der Bundesregierung implementiertes gesundheitspolitisches Instrument verstanden, welches Projekte zu alternativen Versorgungsformen und zur Versorgungsforschung unterstützen soll. Mögliche Projekte sind dabei z.B. der Ausbau der Telemedizin oder die Förderung der Arzneimitteltherapiesicherheit bei multimorbiden Patienten. Der hierfür aufgelegte Fonds hält in den Jahren 2016-2019 eine Fördersumme von jährlich insgesamt 300 Mio. Euro bereit, wobei 225 Mio. Euro für den Bereich der alternativen Versorgungsformen und 75 Mio. Euro für die Versorgungsforschung reserviert sind. Träger des Innovationsfonds ist der gemeinsame Bundesausschuss. Ein eigens für die Vergabe eingerichteter Innovationsausschuss entscheidet über die Vergabe der Fördergelder. Ein Antrag auf Förderung kann dabei nur auf vorausgegangene Förderbekanntmachungen erfolgen.

Weitere Informationen sowie die aktuellen Förderbekanntmachungen erhalten Sie hier.

Klinische Studien/Forschung

Klinische Studien sind Formen der Erhebung, bei der sowohl gesunde als auch erkrankte Patienten untersucht werden. Ziel ist es, die Wirksamkeit, Sicherheit und Verträglichkeit von neuen Medikamenten oder medizinischen Verfahren zu testen. Klinische Studien sind Voraussetzung für die behördliche Zulassung von neuen Medikamenten oder medizinischen Verfahren und ihre Anwendung in der Regelversorgung. Für einen Medikamententest gibt es gesetzliche Vorgaben und für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bestimmte Teilnahmebedingungen. Es gibt grundsätzliche verschiedene Studientypen.

Lebensqualität

Lebensqualität ist ein recht umfassender und facettenreicher Begriff und es ist schwierig, eine allgemeine Definition für diesen zu finden. Grundsätzlich beschreibt die Qualität des Lebens gemeinhin den Grad des Wohlbefindens einer Gruppe oder eines Individuums. Neben der Gesundheit an sich spielen auch Aspekte wie Wohnen, Beruf, soziales Umfeld, etc. eine Rolle. Es kann unterschieden werden zwischen allgemeiner und gesundheitsbezogener Lebensqualität, welche auf die physischen, sozialen und emotionalen Dimensionen der Gesundheit fokussiert. Die gesundheitsbezogene Lebensqualität spielt als Ergebnisparameter in gesundheitsökonomischen Evaluation zunehmend eine wichtige Rolle und wird über verschiedene Erhebungsinstrumente (bspw. den SF-36-Fragebogen) erfasst.

Medizinische Leitlinien

Leitlinien werden von medizinischen Fachgesellschaften herausgegeben und sind systematisch entwickelte Entscheidungshilfen für behandelnde Ärztinnen und Ärzte und andere Gesundheitsfachkräfte bei bestimmten Krankheitsbildern bzw. in bestimmten medizinischen Situationen. Sie entstehen meist in einer dafür gebildeten Arbeitsgruppe von Experten des jeweiligen medizinischen Fachgebietes und beruhen sowohl auf aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen als auch auf bewährten Vorgehensweisen aus der Praxis. Sie sollen Behandelnde bei ihrer Arbeit unterstützen, sind jedoch nicht rechtlich bindend und müssen im Einzelfall ggf. angepasst werden.

Einen fachübergreifenden Überblick über aktuelle medizinische Leitlinien finden Sie bei der AWMF (Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V.).

Medizinprodukt

Unter einem Medizinprodukt wird ein Produkt verstanden, welches zu medizinisch-pflegerischen und diagnostischen Zwecken für Menschen verwendet werden. Gemäß der EU-Richtlinie 93/42/EWG fallen unter Medizinprodukte diejenigen Gegenstände oder Stoffe, die seitens des Herstellers zur Anwendung für Menschen und für folgende Zwecke bestimmt sind:

  • Erkennung, Verhütung, Überwachung, Behandlung oder Linderung von Krankheiten
  • Erkennung, Überwachung, Behandlung, Linderung oder Kompensierung von Verletzungen oder Behinderungen
  • Untersuchung, Ersatz oder Veränderung des anatomischen Aufbaus oder eines physiologischen Vorgangs
  • Empfängnisregelung

Beispiele sind etwa Röntgengeräte, Verbandstoffe, Herzschrittmacher oder auch Softwareprodukte und Apps. Die Hauptwirkung bei Medizinprodukten wird primär auf physikalischem Weg erreicht. In Deutschland regelt das Medizinproduktegesetz (MPG) den Marktzugang und die Nutzung von Medizinprodukten.

Morbidität

Dieser Begriff umfasst die Häufigkeit einer bestimmten Krankheit innerhalb einer bestimmten Population. Die Morbiditätsrate gibt die Krankheitswahrscheinlichkeit innerhalb einer bestimmten Bevölkerungsgruppe an.

Mortalität

Die Mortalität bezeichnet die Sterblichkeit oder Sterberate, also die Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines Todes. Sie bezieht sich auf die Anzahl der Todesfälle von Individuen bezogen auf eine Gruppe.

Die Letalität ist die „Tödlichkeit“ einer bestimmten Erkrankung oder einer medizinischen Prozedur. Sie beschreibt die bedingte Wahrscheinlichkeit für das Eintreten eines Todes bei Vorliegen einer bestimmten Krankheit oder bei der Durchführung einer bestimmten Intervention.

Musterberufsordnung der Ärzte (MBO-Ä)

Die MBO-Ä, herausgegeben von der Bundesärztekammer, enthält deutschlandweit gültige Berufspflichten und Grundsätze zur Berufsordnung. Sie gibt allgemeine Regeln und Richtlinien vor, welche von den jeweiligen Kammern auf Ebene der Länder konkreter spezifiziert werden. Sie ist Ausdruck der von der Ärzteschaft sich selbst auferlegten Bindung im Hinblick auf die Art und Begrenzung der ärztlichen Berufsausübung.

Nutzen im Gesundheitswesen

Der Nutzenbegriff lässt sich vereinfacht formuliert als Effekt oder Wirkung einer gesundheitsbezogenen Maßnahme definieren. Der Nutzen einer medizinischen Intervention kann durch verschiedene Ergebnisparameter dargestellt werden, bspw. Effekte einer Intervention auf die Lebensqualität oder die Mortalität. Der Nutzenbegriff wird von verschiedenen Akteuren mit unterschiedlichem Bedeutungsinhalt versehen.

Die Bewertung des Nutzens ist eine recht komplexe Angelegenheit. Dies liegt auch daran, dass eine bestimmte Maßnahme einerseits bewirkt, dass einzelne Akteuren oder Institutionen durch sie bessergestellt werden, gleichzeitig werden andere durch die gleiche Maßnahme schlechter gestellt.

Personenbezogene Daten

Hierunter werden solche Daten und Informationen zusammengefasst, die einer bestimmten oder bestimmbaren natürlichen Person direkt zugeordnet werden können. Dazu zählen Einzelangaben wie etwa Name, Kreditkartennummer Sozialversicherungsnummer oder auch Kundendaten sowie Personaldaten von Arbeitnehmern.

Pragmatische Studie

Pragmatische Studien beschreiben an sich keine neue Studienform, sondern vielmehr ein Design, bei denen die Effekte von Interventionen unter Alltagsbedingungen analysiert werden. Es gibt im Gegensatz zu bspw. experimentellen Studien unter Idealbedingungen deutlich weniger Einschränkungen hinsichtlich Setting oder Stichprobe. Sie dienen insbesondere dazu, eine realistische Abschätzung von Effekten abseits von idealen Bedingungen zu erhalten. Keineswegs jedoch dürfen pragmatische Studien mit einer geringeren Qualität gleichgesetzt werden.

Primärdaten

Primärdaten werden in der empirischen Forschung unmittelbar erhoben. Sie werden auch als „Urwerte“ bezeichnet und stammen direkt aus der Forschungsstudie. Für statistische Analysen lassen sich Primärdaten mit Sekundärdaten verknüpfen.

Pseudonymisierung

Bei der Pseudonymisierung handelt es sich um eine datenschutzrechtliche Maßnahme. Direkt personenidentifizierbare Daten (wie etwa Name, Personalausweisnummer, etc.) werden durch ein Pseudonym/Kennzeichen (häufig eine Kombination aus Zahlen und Buchstaben) ersetzt, um die Betroffenen faktisch zu anonymisieren. Im Gegensatz zur Anonymisierung können jedoch die Daten unter Zuhilfenahme eines Schlüssels einer Person zugeordnet werden. Eine Zuordnung von Person und Daten ist also weiterhin möglich, jedoch deutlich erschwert.

Randomisierte Kontrollierte Studie (RCT)

In der klinischen Forschung eignen sich randomisierte kontrollierte Studien dazu, neue Medikamente oder Therapien zu testen. Hierzu werden im Rahmen eines Experimentes Menschen einer Behandlungsgruppe sowie einer Kontrollgruppe nach dem Zufallsprinzip zugeordnet. Die Behandlungsgruppe erhält im Gegensatz zur Kontrollgruppe die zum Zweck der Studie ausgewählte Intervention, während die Kontrollgruppe ein sog. Placebo erhält. Im Anschluss wird festgestellt, ob die Intervention beispielsweise in Form einer neuen Therapie wirksam ist oder nicht, d.h. ob es Unterschiede bei den Zielgrößen (bspw. Lebensqualität, Veränderung von Vitalparameters, etc.) zwischen den beiden Gruppen gibt. Ziel des randomisierten Studiendesigns ist es, eine möglichst hohe interne Validität zu erreichen, d.h. eine Einflussnahme des Untersuchers auszuschließen und gleichzeitig für eine gleichmäßige Verteilung von bekannten und nicht bekannten Einflussfaktoren auf alle Gruppen zu sorgen.  Bei einer randomisierten kontrollierten Studie, wie auch bei anderen klinischen oder nicht-klinischen Studien sind die entsprechenden ethischen und moralischen Folgen bzw. Bedingungen immer abzuwägen.

Sekundärdaten

Bei den im Gesundheits- und Sozialsystem anfallenden bzw. erhobenen Daten wird zwischen Primär- und Sekundärdaten unterschieden. Sekundärdaten werden nicht direkt erhoben, bspw. durch klinische Studien. Es handelt sich vielmehr um Routinedaten bzw. standardisierte Daten, die bei der gesetzlichen Kranken-, Unfall- und Pflege- sowie Rentenversicherung anfallen oder um Daten aus bevölkerungsbezogenen Krankheitsregistern (z.B. Krebsregister). Durch statistische Verwertungsmodelle bzw. Strategien werden diese Daten für die Gesundheitsforschung nutzbar. Die Bedeutung von Sekundärdaten hat in den letzten Jahren durch die Verbreitung von epidemiologischen Studien und der Versorgungsforschung zugenommen. Daher wurden verschiedene Leitfäden für eine fundierte Nutzung herausgegeben, z.B. Gute Praxis Sekundärdatenanalyse.

Selbstverwaltung

Die sog. gemeinsame Selbstverwaltung umfasst Institutionen und Verbände, die eigenverantwortlich Entscheidungen für das Gesundheitswesen treffen. Das oberste Organ in dieser Konstellation ist dabei der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA), welcher aus den wichtigsten Verbänden und Akteuren des Gesundheitswesens zusammengesetzt ist.
Die Idee der gemeinsamen Selbstverwaltung ist es, dass Entscheidungen bezüglich der Entwicklung des Gesundheitswesens auf unabhängige Art und Weise entstehen. Damit soll sichergestellt werden, dass im Sinne der Patientinnen/Patienten bzw. gesetzlich Versicherten Interessen artikuliert werden. Die Unabhängigkeit der gemeinsamen Selbstverwaltung wird dadurch gewahrt, dass das Bundesministerium für Gesundheit lediglich eine Aufsichtspflicht gegenüber dem GBA hat und nicht im GBA selbst vertreten ist.

Eine genaue und umfassende Übersicht über die Zusammenhänge im Gesundheitswesen liefert das Schaubild des Bundesministeriums für Gesundheit.

Sepsis

Eine Sepsis, auch bekannt unter dem Namen „Blutvergiftung“, ist eine mitunter lebensgefährliche Reaktion des Köpers auf eine Infektion, etwa der Lunge oder der Harnwege. Sie wird durch Bakterien oder Pilze verursacht. Wenn Krankheitserreger oder deren Giftstoffe in den Blutkreislauf gelangen, können diese verschiedene Organe des Köpers befallen. Der Köper versucht nun, die Erreger zu bekämpfen. Es kommt zu einer Entzündungsreaktion des Organismus, womit der Köper versucht, die Erreger abzuwehren. Diese Abwehrmechanismen können jedoch auch das umliegende Gewebe schädigen und zu sog. „Organdysfunktionen“, also etwa Nierenversagen, Lungenversagen etc. führen.

Es handelt sich bei der „Sepsis“ um ein komplexes Krankheitsbild, welches teils schwierig zu diagnostizieren ist. Für die Diagnose werden verschiedene Vitalparameter (Herzfrequenz, vermehrte Atmung, Fieber etc.), Laborwerte, der Allgemeinzustand der/s Patienten/in und das Auftreten von Organdysfunktionen zusammen erhoben und analysiert. Die Sepsis kann in unterschiedliche Schweregrade aufgeteilt werden. Das Auftreten einer Sepsis erfordert eine rasche Diagnose und eine zielgerichtete Therapie innerhalb von wenigen Stunden. Mit jeder Stunde steigt nämlich das Risiko, dass die/der Betroffene an der Sepsis stirbt. Auch bei überlebter Sepsis kann es bei einigen Erkrankten zu physischen und/oder psychischen Komplikationen und Langzeitfolgen kommen.

Die deutsche Sepsis-Hilfe e.V. in Jena hat daher die erste Sepsis-Selbsthilfegruppe in Deutschland gegründet. Betroffene und ihre Angehörigen finden dort zahlreiche Informationen, Erfahrungsberichte von anderen Betroffenen sowie Hilfs- und Beratungsmöglichkeiten. Mehr Informationen insbesondere zu den medizinischen Aspekten finden Sie bei der Deutschen Sepsis-Gesellschaft.

Technologieakzeptanz

Der Begriff wird interdisziplinär verwendet und bezeichnet die Entscheidung einer Person, eine Technologie aktiv zu nutzen. Die Akzeptanz bezieht sich auf eine konkrete Einstellung und/oder ein konkretes Verhalten gegenüber einer Technologie. Sie lässt sich in Einstellungs- und Verhaltensakzeptanz trennen. Verschiedene Faktoren nehmen Einfluss auf die Akzeptanz. Die Akzeptanz der Nutzer stellt ein wesentliches Konstrukt zur Erklärung erfolgreicher bzw. nicht erfolgreicher Diffusion technischer Innovationen dar. In den letzten Jahrzehnten sind verschiedene wissenschaftliche Modelle entstanden, die zu erklären versuchen, warum eine Person eine Technologie nutzt oder nicht. Zu den bekanntesten gehört die „Unified Theory of Acceptance and Use of Technology“ (UTAUT) von Venkatesh et al. (2003).

Telematik

Telematik ist ein Kunstwort, welches aus den Begriffen Telekommunikation und Informatik zusammengesetzt sind. Telematik umfasst die gemeinsame oder getrennte Anwendung von Telekommunikationstechnik und Informatik. Gesundheitstelematik bezieht sich entsprechend auf die Anwendung informations- und kommunikationstechnischer Methoden und Komponenten innerhalb des Gesundheitswesens.

Telemedizin

Telemedizin bezeichnet den Einsatz von Telekommunikations- und Informationstechnologien im Rahmen der Erbringung medizinischer Leistungen zur Überwindung einer räumlichen Distanz zwischen Patientin/Patient und Ärztin/ Arzt bzw. einem anderen Gesundheitsfachberuf sowie zwischen mehreren Ärztinnen und Ärzten/ Gesundheitsfachberufen. Unter „medizinischen Leistungen“ werden dabei Prävention, Diagnostik, Therapie und Rehabilitation verstanden. Telemedizin ist ein Teilbereich von „eHealth“ und fokussiert verschiedene Indikationen und Anwendungsarten wie Teletherapie, Telemonitoring und Telekonsil.

Telemonitoring

Telemonitoring beschreibt die kontinuierliche oder bedarfsgerechte Übertragung von Vitalparametern wie Blutdruck, Gewicht, etc. aus medizinischen Messgeräten an die/den behandelnde/n Haus- und/oder Fachärztin/-arzt oder an ein spezialisiertes Telemedizinzentrum. Es können Vitalparameter, medizinische Informationen und Bilder übertragen werden. Die Übertragung kann sowohl in Echtzeit („Realtime“) als auch zeitversetzt („Store-and-Forward“) erfolgen.